Grafisches Werk

Erste Aufträge

Brynolf Wennerberg ist fast zwanzig Jahre lang vornehmlich als Gebrauchsgrafiker tätig bis er zum Maler wird. Sein Name muss in der Werbebranche einen guten Klang gehabt haben, denn ihn beauftragen bedeutende Firmen als Plakatmaler und Illustrator. Als Werbegrafiker durchlief Brynolf Wennerberg alle Ausdrucksformen des sich vollendenden 19. Jahrhunderts. Seine ersten Grafiken sind vom Historismus beeinflusst, jedoch wechselt er frühzeitig zum Jugendstil, um beim impressionistischen Realismus anzukommen. Besonders gefragt ist der Grafiker bei Herstellern von Fahrrädern wie der Firma Cless & Plessing (Steiermark) oder auch bei Opel in Rüsselsheim. Allein zehn Auftraggeber sind aus diesem Geschäftszweig nachzuweisen.

Renommierte Zeitschriften fragen an

Hinzu kommen Illustrationen für angesehene Zeitschriften zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie die „Meggendorfer Blätter" (ab 1892), den „Simplicissimus" (ab 1909) und später für die „Lustigen Blätter" (ab 1916). Vor dem Ersten Weltkrieg arbeitet der Künstler zudem wiederholt für amerikanische Zeitschriften wie „Puck“ und „Pictorial Review“.

Sammelobjekte bis heute

Im Ersten Weltkrieg werden seine Kunstpostkarten berühmt. Sie begründen den überwältigenden Erfolg Brynolf Wennerbergs. Die Kriegspostkarten, die sowohl vom Albert Langen Verlag wie auch später vom Verlag Dr. Eysler in Berlin herausgegeben werden, sind bis heute ein beliebtes Sammelgebiet — erstaunlicherweise nicht nur in Deutschland, sondern auch international.

In allen Werkgruppen entwickelt Wennerberg seinen berühmten Frauentyp mit dem bezaubernden Wennerberg-Lächeln wie es beispielsweise im Titelbild des Simplicissimus von 1912 erscheint. Der Wennerberg-Typ wird sprichwörtlich; ist neu, noch nicht dagewesen und unerwartet.

Maler aus Leidenschaft

Wennerberg ist fast fünfzig Jahre alt, als er — nun deutscher Staatsangehöriger — Frankreich wegen des Kriegsausbruchs verlassen muss, wo er sich seit 1912 aufhielt. Seine zweite Werkphase beginnt 1915 in Bad Aibling. Nun erst setzt die intensive Beschäftigung mit der Malerei ein, die Grafik bleibt eine finanziell notwendige Ergänzung.