Zeichnungen für Zeitschriften

Meggendorfer Blätter

Wennerbergs künstlerische Laufbahn beginnt 1892 mit der Tätigkeit für die in Deutschland weit verbreitete Zeitschrift „Meggendorfer Blätter. Farbig Illustrierte Wochenschrift für Humor und Kunst".

Beim Publikum sind derartige Unterhaltungs- und Witzblätter mit heiteren, jedoch völlig harmlosen Bildergeschichten, Karikaturen und Illustrationen ohne politische Aussage damals sehr beliebt.

Viele junge Akademiestudenten profitieren von diesen neuen Zeitschriften, denn sie sind als Illustratoren gesuchte Mitarbeiter. Diesem Broterwerb geht Wennerberg vor allem in den Jahren 1892 bis 1900 nach. 1901 stellt er seine Arbeit für die Zeitschrift vermutlich ein. Gleichzeitig entstehen zu dieser Zeit Zeichnungen zu Musikstücken.

Simplicissimus

Insgesamt werden 103 Abbildungen von Wennerberg in diesem Periodikum von 1909 bis 1916 gedruckt. Das erste Titelblatt von Wennerberg, eine „Karnevals-Nummer“, erscheint am 31. Dezember 1912, insgesamt sind fünf Titelseiten zu ermitteln. Diese Titelseiten werden später zusammen mit weiteren besonders beliebten Illustrationen gesondert als großformatige Kunstdrucke in Mappen verkauft oder sogar als Bücher zusammengestellt. Noch erfolgreicher sind seine Postkarten nach Motiven von Abbildungen im „Simplicissimus“ und später von den „Lustigen Blättern“. Als Wennerberg Ende 1916 die Arbeit für den „Simplicissimus“ beendet, beeilt sich der Verlag von Dr. Eysler in Berlin, den Künstler für die „Lustigen Blätter“ unter Vertrag zu nehmen.

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Der Simplicissimus mit Zeichnungen von Brynolf Wennerberg

Lustige Blätter

Am 1. Oktober 1886 hatte der gebürtige Wiener Otto Eysler (1861-1927) mit der Zeitschrift „Lustige Blätter“ ein Witzblatt gegründet, das politische wie unpolitische Texte und Illustrationen enthalten sollte. Das Periodikum wird ab Juli 1887 als Beilage zum „Berliner Börsen-Courier“ verkauft. Als bedeutende Zeichner kann man Lyonel Feininger (1871-1956), Ernst Heilemann (1870-1936), Fritz Koch-Gotha (1877-1956), Walter Trier (1890-1951) sowie Heinrich Zille (1858-1929) nennen.

Relativ spät, zudem noch im Ersten Weltkrieg, wird 1916 Brynolf Wennerberg in deren elitären Kreis aufgenommen. Seine Rolle liegt wiederum nicht in der Karikatur, sondern in der Vielseitigkeit und Aktualität seiner Personenführung. Auch hier entwickelt sich der Künstler zu einem beliebten und erfolgreichen Zeichner, der dank seiner eleganten, spritzigen und leicht ironischen Darstellung seine Abonnenten gewinnt. Über 100 Illustrationen von seiner Hand sind bei den „Lustigen Blättern“ nachweisbar.

Pictorial Review, Puck, Die Woche

Im August 1910 gestaltet Brynolf Wennerberg die Titelseite der amerikanischen Modezeitschrift „Pictorial Review“. Das Periodikum ist so erfolgreich, dass die Zeitschrift im Jahr 1910 eine Auflage von einer halben Million hat.

Noch erfolgreicher arbeitet Wennerberg in den beiden Kriegsjahren 1914 und 1915 für die amerikanische Zeitschrift „Puck“, die ihren Namen der koboldartigen Figur aus dem Sommernachtstraum von William Shekespeare verdankt. „Puck“ gilt als die erfolgreichste Zeitschrift für Satire in den USA im 19. und 20. Jahrhundert. Die Titelbilder Wennerbergs für das Satireblatt sind anspruchsvoll, witzig und originell.

Der Kontakt zu den amerikanischen Blättern bricht infolge des Kriegsgeschehens in Europa leider ab.

Einen Ausgleich bilden sowohl die Arbeit für die „Lustigen Blätter“ als auch in den zwanziger Jahren die Aufträge für „Die Woche“, ebenfalls eine illustrierte Wochenzeitschrift.